Die Beschneidung ist ein Brauch vieler Völker, in einem bestimmten Lebensalter den Knaben die Vorhaut des Glieds abzuschneiden oder einzuschneiden (Inzision).
Bei einigen Völkern werden auch die Mädchen durch Entfernen der
Klitoris oder der kleinen Schamlippen beschnitten. Die Beschneidung ist vielfach
ein Teil eines Ritus beim Eintritt in ein neues oder entscheidendes
Lebensstadium. Als Zeichen des Eintritts in die Religionsgemeinschaft ist
sie im Judentum (8. Tag nach der Geburt) und im Islam (kurz nach der Geburt
oder später, z.T. erst bei Eintritt der Geschlechtsreife) üblich.
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Beim unbeschnittenen Mann reicht die Vorhaut bis weit über die Eichel und läßt sich problemlos zurückziehen, z.B. zum Waschen oder zum Wasserlassen. Das Glied wird dabei etwas steif und die zusammengerollte Vorhaut bleibt als Ring hinter der Eichel liegen.
Schiebt man sie nicht zurück, wird die Eichel immer ein wenig an der Kleidung scheuern, das Glied bleibt durch den Reiz steif und die Vorhaut hinter der Eichel. Bleibt der Reiz aus, schrumpft der Penis und wird meist so klein, daß die Vorhaut ihn wieder völlig bedeckt, da sie nicht mitschrumpft.
Das Vor-und Zurückschieben der Vorhaut über die Eichel erzeugt ein angenehmes Gefühl bei der Selbstbefriedigung ( Masturbation ) und natürlich beim Geschlechtsverkehr. Ist das Glied steif genug, schaut die Eichel natürlich fast vollständig heraus.
Bei der Beschneidung wird nun die Vorhaut komplett entfernt, so daß die Eichel immer unbedeckt ist.
Nach Ansicht mancher Autoren ist die frühzeitig durchgeführte Beschneidung von Männern noch heute ärztlich zur Krebsverhütung begründet, besonders in Ländern, in denen schlechte hygienische Verhältnisse herrschen; unter solchen Bedingungen können sich in dem unter der Vorhaut angesammeltem Smegma* krebserregende Stoffe bilden. Es ist statistisch nachgewiesen, daß in Indien Peniskrebs und Zervixkarzinom ( Gebärmutterkrebs) bei Juden selten sind, bei Muslimen nur wenige häufiger beobachtet werden, jedoch bei den nichtbeschnittenen Hindus oft auftreten.
Bei organischen Vorhautveränderungen wie der Phimose (Vorhautverengung) wird die Umschneidung (Zirkumzision) als ärztlicher Eingriff vorgenommen. Durch regelmäßiges Zurückziehen über die Eichel schon im Kindesalter, zum Beispiel beim Waschen, weitet sich die Vorhaut mit der Zeit, so daß nicht immer operiert werden muß.
*Smegma, Smegma praeputii talgartige Absonderung im Vorhautsack, bes. in der Kranzfurche der Eichel des männlichen Gliedes, ähnlich auch bei der Frau am Kitzler, im wesentlichen aus abgestoßenen, verfettenden Epithelzellen (Hautzellen) bestehend; die darin enthaltenden harmlosen Smegmabakterien sind den Tuberkelbakterien ähnlich.
Bei mangelnder Hygiene kann eine Ansammlung von Smegma zu einer Vorhautentzündung führen. Dem Smegma werden krebsauslösende Faktoren zugeschrieben.
Literaturnachweis
Der Gesundheits-Brockhaus
© F.A. Brockhaus GmbH,
Mannheim 1990
ISBN 3-7653-1574-5